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Widerhall (Audio)

9.12.2017 р., 22:30

Ostukraine: Keine ruhige Woche

Die Lage im Raum des Donbass-Konflikts blieb innerhalb der Woche weiter unruhig und instabil. Die russischen Besatzungstruppen setzten die Feuerattacken auf die Stellungen der ukrainischen Armee fort. Die Zahl der Beschießungen im Laufe der Woche schwankte zwischen 14 und 38. Der Gegner setzte täglich die von den Minsker Vereinbarungen verbotenen Waffen ein. Infolge der Beschießungen gab es Verluste in den Reihen der Antiterrorkräfte und zwar 1 einen getöteten und 9 verwundete Soldaten. Noch ein Militärangehöriger wurde infolge einer Explosion ebenfalls verwundet worden. Er geriet in eine Sprengfalle. Unter feindlichen Beschuss gerieten zweimal auch friedliche Wohnviertel der Siedlung Wodjane. Zum Glück gab es keine unter Zivilisten keine Opfer. Die ukrainischen Militärangehörigen haben bei der Wiederherstellung der Stromversorgung der Siedlung Trawnewe mitgewirkt, teilte der ATO-Pressesprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums Oleksandr Motusjanyk am Freitag mit. Diese Siedlung war seit einigen Tagen Brennpunkt der Kampfhandlungen gewesen.

Diese Siedlung war seit einigen Tagen Brennpunkt der Kampfhandlungen gewesen. Am Donnerstag besuchten die Siedlung die UNO-Vertreter

O-Ton: Die Siedlung Trawnewe haben die UNO-Vertreter zum ersten Mal besucht. Das waren die Mitarbeiter des UN-Büros für Koordinierung humanitärer Angelegenheiten sowie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Das Ziel des Besuchs war es die Einschätzung der humanitären Situation in der Siedlung. Ukrainische Wohltäter, die die UN-Vertreter begleiteten, haben unter den Einwohnern warme Decken und Lebensmittelpakete verteilt  - soweit Oleksandr Motusjanyk, der ATO-Pressesprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums

 

Venedig-Kommission unterstützt ukrainisches Bildungsgesetz

Die Europäische Kommission für Demokratie durch Recht, bekannt auch als Venedig-Kommision, hat die Bestimmungen des ukrainischen Bildungsgesetzes am Freitag unterstützt und empfohlen, die Übergangsperiode bis zum vollständigen Inkrafttreten des Artikels 7 zu verlängern. Artikel 7 des neuen Bildungsgesetztes sieht vor, dass der Unterricht in allen Mittelschulen des Landes obligatirisch in der Amtssprache zu erfolgen hat. Im am Freitag veröffentlichten Dokument der Venedig-Kommission geht es darüber, dass diese Übergangsperiode, die laut Gesetz bis zum Jahr 2020 dauert, soll verlängert werden. Das ukrainische Bildungsministerium nannte die Vorschläge der europäischen Institution begründet und akzeptabel. Nach den Worten des Leiters des Zentrums für Testtechnologien und Monitoring der Bildungsqualität Wiktor Hromowyj, haben sich die Experten der Venedig-Kommission zugunsten der Ukraine ausgesprochen

O-Ton: Wir gehen nach Europa und wir setzen die europäischen Standards durch, darunter auch diejenige, die die Amtssprache und die Sprachen der nationalen Minderheiten betreffen. Bestimmte Anmerkungen der Venedig-Kommission und unserer Partner in Westeuropa werden wir doch berücksichtigen müssen. Wenn andere Staaten Sorgen haben, sollen wir den Grund herausfinden. Wir müssen realistisch bleiben und uns kritisch gegenüber gesetzlichen Regelungen, die wir annehmen, verhalten.  

Das neue Bildungsgesetz der Ukraine trat am 28. September 2017 in Kraft. Laut dem Artikel 7 des Gesetzes soll der Unterricht in allen Mittelschulen des Landes obligatirisch in der Amtssprache erfolgen. Das bedeutet, dass auch für Kinder von Vertretern nationaler Minderheiten die Unterrichtssprache Ukrainisch sein soll. Muttersprache darf nur bis zur vierten Klasse benutzt werden. Mehrere EU-Länder, darunter Polen, Ungarn, Rumänien, Moldawien, Bulgarien, Griechenland sowie Russland haben mit harter Kritik auf das Gesetzt reagiert. Sie sagen, das Gesetz beschränke die Rechte nationaler Minderheiten in der Ukraine. Der ukrainische Staat vertritt die Position, dass das Gesetz den Anforderungen der ukrainischen Verfassung völlig entspreche, aber auch dem Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten und der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen.


Allukrainische Premiere des Films „Cyborgs“ zum Tag der ukrainischen Armee

Anlässlich des 26-ten Jahrestages der ukrainischen Streitkräfte fand am Mittwoch im hauptstädtischen Filmtheater „Planet des Kinos“ die Vorführung des Militärdramas „Die Cyborgs“ statt. Der Spielfilm über legendäre Verteidiger des Donezker Flughafens hat der bekannte ukrainische Regisseur und Schauspieler krimtatarischer Herkunft Achtem Seitablajew gedreht. Das Drehbuch des Films basiert auf realen Ereignissen. Hinter jedem Filmhelden steht ein realer Soldat, der den Donezker Flughafen verteidigt hat.
                                                     (O-TON) Track Seitablajew    
- Es war unmöglich, an der Geschichte und am Verständnis dafür vorbeizugehen,  dass wir Zeugen der Geburt neuer ukrainischer politischer Nation sind. Umso mehr, wenn du in die Augen der Soldaten schaust und ihre Geschichte hörst. Manchmal kannst du daran nicht glauben, weil sie so phantastisch sind. Du kannst nicht daran glauben, dass ein lebendiger Mensch es aushalten und unter diesen Bedingungen überleben kann. Ungeachtet dessen, dass unser Film ein Militärdrama mit mehreren Kampfszenen und Computergrafik ist, ist unser Film in erster Linie nicht über den Krieg, sondern über den Frieden, der mitten im Krieg geboren wurde.

Sagt der Regisseur des Films Achtem Seitablajew.     ATMO

Die Cyborgs. Mit diesem Begriff bezeichnet man in der Ukraine eine Einheit von Soldaten, die den Donezker Flughafen verteidigt haben. Der Kampf um den Flughafen dauerte 242 Tage, kostete viele Menschenleben und ist zu einem Symbol des Krieges in der Ukraine geworden. Der Durchhaltewille der Cyborgs inspirierte ukrainische Filmemacher dazu, einen Film über sie zu drehen.

Die Arbeiten am Film wurden Anfang Februar dieses Jahres begonnen. Zunächst wurde es in der Nähe von Kiew gedreht, dann am Militärflughafen in Tschernihiw und am Truppenübungsplatz in Hontschariwske, im Gebiet Tschernihiw.

Das Budget des Films beträgt 47 Millionen Hrywnja (umgerechnet etwa 2,3 Mio Euro). Die Hälfte der Summe hat die Staatsagentur für Filmfragen bereitgestellt. Die Premiere des Films „Die Cyborgs“ fand am Mittwoch ukraineweit statt. Fünf Hrywnja von jedem Ticket werden an die Familien der gefallenen Cyborgs gespendet.        

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