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Widerhall (audio)

2.12.2017 р., 22:00

Ostukraine: Das war keine ruhige Woche

Die Lage im Raum des Donbass-Konflikts blieb innerhalb der Woche weiter unruhig und instabil. Die russischen Besatzungstruppen setzten die Feuerattacken auf die Stellungen der ukrainischen Armee fort. Die Zahl der Beschießungen im Laufe der Woche schwankte zwischen 12 und 27. Außer Montag setzte der Gegner täglich die von den Minsker Vereinbarungen verbotenen Waffen, und zwar die 120- mm-Minenwerfer ein. Infolge der Beschießungen gab es Verluste in den Reihen der Antiterrorkräfte und zwar 1 einen getöteten und 4 verwundeten Soldaten. Noch ein Militärangehöriger wurde infolge eines Angriffs feindlicher Diversanten auf ein Raketen- und Artilleriemunitionslager bei Dopropillja, Gebiet Donezk, in einem Abzugsort für schwere Waffen am Montag. In dieser Woche wurden die Angaben über das Potential der russischen Besatzungstruppen im Donbass. Zur Zeit bestehen die Besatzungstruppen aus 35,5 Tausend bewaffneten Kämpfern. Das teilte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow während des Sicherheitsforums in Kyjiw am Dienstag mit. Diese Truppen bestehen, ihm zufolge, aus Donbassbewohnern, Söldnern und russischen Militärangehörigen. Sie gehören zum Bestand zweier Armeekorps der 8. Armee der Russischen Föderation, deren Stab in Nowotscherkassk auf dem russischen Territorium befindet. Diese Truppen verfügen, so Awakow, über fast 480 Panzer, 850 Schützenpanzer, 750 Kanonen und Minenwerfer, 208 Mehrfachraketenwerfer, über 360 Panzerabwehr- und 420 Fliegerabwehrmittel.

O-Ton (02:47): Diese 480 Panzer und 850 Schützenpanzer - das ist mehr als das entsprechende Kriegsgerät in Großbritannien. Wenn wir mit unseren Partnern über Minsk und Gleichgewicht sprechen, und wenn man uns sagt, die Ukraine solle als erste Zugeständnisse machen, haben wir mit diesen ernsten Argumenten zu antworten. Wir stehen vor einer großen Bedrohung und halten russische Truppen an unserer Grenze und lassen sie nach Europa nicht durch.           

Betonte der ukrainische Innenminister. Die feindlichen Truppen führten in dieser Woche aktive Luftaufklärung im Raum der Kampfhandlungen Am Montag wurden feindliche Drohnen, die von den Minsker Vereinbarungen verboten sind, einige Male bei Awdijiwka in Operativrichtung Donezk und am Mittwoch bei drei Ortschaften in Operativrichtung Luhansk beobachtet.


Parlamentschef Parubij: Preis für russische Aggression soll weiter steigen

Die Parlamentarische Versammlung der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (SMWK) solle Russland als die Quelle der Spannung in der Schwarzmeer-Region anerkennen. Das erklärte der amtierende Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung der SMWK, der ukrainische Parlamentspräsident Andrij Parubij in seinem Grußwort bei der Eröffnung der 50. Sitzung der Parlamentarischen Versammlung am Mittwoch in Kyjiw. Die Situation mit Sicherheit in der Region sei, nach seinen Worten äußerst angespannt und kompliziert. Die Handlungen der Russischen Föderation entsprechen, ihm zufolge, den Zielen der SMWK nicht und zerstören das Fundament dieser internationalen Organisation.

O-Ton: Wir müssen anerkennen, die aggressive Politik Russlands hat die brutale Verletzung der territorialen Integrität nicht nur der Ukraine, sondern auch anderer SMWK-Mitgliedsländer verursacht. Wenn ein SMWK-Mitgliedsland führt seine Besatzungstruppen auf die Territorien der Ukraine, Georgiens und Moldovas ein, zerstört das das Fundament und die Philosophie der Tätigkeit unserer Organisation. Wir müssen alle zusammen eine adäquate Antwort auf die Handlungen des Aggressorlandes geben.  

Der ukrainische Parlamentschef bedankte sich bei der Weltgemeinschaft für die Unterstützung und betonte dabei, die über Russland verhängten Sanktionen sollen bis zur Erneuerung der territorialen Integrität fortgesetzt und verstärkt werden  Es handle, nach seinen Worten, nicht nur um die okkupierten Territorien des Donbass, sondern auch um die ukrainische Halbinsel Krim.   

O-Ton: Der Preis für Verletzung internationalen Rechts und Aggression gegen andere Länder soll für Russland immer weiter wachsen. Wir müssen verantwortungsvoll und konsolidiert sein. Nur gemeinsam sind wir imstande, diejenigen, die die grundlegenden Prinzipien der Organisation missachten, dazu zu zwingen, die friedliche Koexistenz und gute Nachbarschaft zu achten.

Andrij Parubij betonte auch, die Ukraine anerkenne die Rolle der Parlamentarischen Versammlung der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation als einer Plattform für die Entwicklung der parlamentarischen Zusammenarbeit und unterstütze ihre Ziele und Ideale der Organisation. In der Abschlussdeklaration der 50. Plenarsitzung der Parlamentarischen SMWK-Versammlung wurde betont: die Organisation rufe ihre Mitgliedsstaaten auf, sich auf territoriale Ansprüche zu verzichten und ihre Truppen aus fremden Territorien abzuziehen.    

Die Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation, SMWK ist eine regionale Wirtschaftsorganisation mit Rechtsstatus. Sie wurde am 25. Juni 1992 auf Initiative der Türkei in Istanbul gegründet. Ihr gehören die sechs Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres sowie sechs weitere Staaten an. Das sind Aserbaidschan, Albanien, Armenien, Bulgarien, Griechenland, Georgien, Moldau, Russland, Rumänien, Serbien, die Türkei und die Ukraine. Die SMWK umschließt eine Bevölkerung von ca. 300 Millionen und eine Fläche von ca. 20 Millionen km². Die Ukraine führt den Vorsitz in der Organisation an Juli 2017.


Ausstellung der Werke von Kindern aus Donbass in Kiew eröffnet

“Die Kunst heilt” – das ist die Hauptidee der Ausstellung, die am Mittwoch in einer der Kiewer Galerien eröffnet wurde. Die Ausstellung zeigt die Arbeiten von 18 Jugendlichen aus den an der Front gelegenen Ortschaften in Donbass. Kinder waren die Teilnehmer des sozialen Artprojekts – der Kunstresidenz NEW GENERATION. Mitte November haben sie 10 Tage im malerischen Dorf Chruli, am Ufer des Flusses Sula, im Gebiet Poltawa, verbracht. Die Kuratoren des Projekts und die Psychologen haben für die Jugendlichen, die vom Militärkonflikt im Osten der Ukraine betroffen waren, ein Therapieprogramm erarbeitet, das auf ihre psychosoziale Adaption gerichtet war. Auf dem Programm waren die Workshops, psychologische Trainings, thematische Vorlesungen und vieles mehr, sagt eine der Veranstalter der Kunstresidenz Kristina Ljultschenko.

O-Ton: Wir hatten vier Richtungen im Programm: Dramatherapie, Fototherapie, Arttherapie und visuelle Poesie. Für jede Richtung war ein Kurator zuständig.

Sagte Kristina Ljultschenko.
Zuständig für Dramatherapie war nach ihren Worten Ana Bess aus den USA, die Richtung Arttherapie kurierte Anna Kachiani, für visuelle Poesie war Ukrainerin Jewhenija Kusnjezowa verantwortlich und mit der Fototherapie beschäftigte sich Oleksandr McQuartz aus Spanien.  

Im Ergebnis haben die Jugendlichen aus dem Donbass Bilder, Fotos, Land-Art-Installationen und visuelle poetische Werke geschaffen, die jetzt breitem Publikum präsentiert werden. Die Ausstellung in der Galerie „White World“ in Kiew ist bis zum dritten Dezember zu besuchen. Der Eintritt ist frei.  

Nach Angaben der Organisation der Vereinten Nationen wissen 57 Tausend ukrainische Kinder in Donbass, was der Krieg ist. In den letzten vier Jahren haben sie im Durchschnitt 47 Beschießungen pro Tag erlebt. 137 Kinder sind im Ergebnis der russischen Aggression ums Leben gekommen, 68 Kinder wurden bei einer Minenexplosion verletzt, 6 Jugendlichen werden als Geisel auf den von der ukrainischen Regierung nicht kontrollierten Gebieten in Donezk und Luhansk gehalten. 248 Tausend Kinder in der Ukraine sind jetzt Binnenflüchtlinge.

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